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15.10.2015

Lochkamera zweipunktnull

Hier ein Bild aus dem Lochkameramodel "Kaffeedose mit Klebeband"
Die fertige Kamera. Buchensperrholz, 2k-Epoxydharz. Innen geschwärzt.
Dies ist die Verriegelung der Planfilmkasette. Durch die Rändelschrauben und den breiten Steg wird die Kasette in die Filzfalz (Eh! lustiges Wort) gepresst und schließt lichtdicht ab.
Größer gings nicht. Das Loch. das kleinste und zeitgleich wichtigste Bauteil
Eines der ersten Bilder der neuen Kamera: 13x18, Röntgenfilm. Direktkopie.
Hier ein Bild als Beispiel für die Abbildungsleistung: Fotopapier, 13 x 18, der zentrale Bereich ist im nächsten Bild 1:1 dargestellt.
1:1-Ansicht des zentralen Bildbereichs des vorherigen Bildes. Erstaunlich!

Lochkamera zweipunktnull

 

Das Thema liegt nun schon so lange auf meinem Kopfschreibtisch herum und immer schiebe ich es vor mir her, nun wird es höchste Zeit:


Seit ich Analog-Workshops für Kinder und Jugendliche anbiete steht das Thema Lochkamera immer wieder auf dem Tagesplan. Da in so einem Kurs gleich mal 10 Kameras an einem Stück gebaut werden ensteht gleichzeitig eine äußerst spannende Bandbreite an Qualitäten in Sachen Abbildungsleistung. Hier rechts das Bild ist ein schönes Beispiel dafür, daß schlechte Abbildungsqualität noch lange nicht gleichbedeutend mit einem schlechten Bild ist. Toll, wie der Entwickler Wolken zaubert.....

Obwohl alle Kameras grundsätzlich den gleichen Aufbau haben sind die Bilder die entstehen sehr unterschiedlich. Hier und da staunt man, wie gut doch so eine einfache Konstruktion funktioniert. Taucht man etwas tiefer in die Theorie der Lochkamera ein stößt man schnell auf die entscheidenden Stellschrauben um das Maximum an Leistung aus einer Kiste mit Loch, mehr ist eine Lochkamera ja nicht, herauszuholen.

Wie sich zeigt ist die Qualität des Lochs von zentraler Bedeutung, gefolgt vom Verhältnis von Bildformat zu Kameradimensionen, wobei sich alle genannten Faktoren gegenseitig bedingen. Praktischerweise findet man hierfür Formeln zur Berechnung der optimalen Verhältnisse. Als Konsequenz habe ich mir für Geld ein Loch bei gekauft. Die Größe war frei wählbar und somit passend zur Konstruktion.

Das Ergebnis ist eine Lochkamera aus Buchen-Sperrholz. Die Rückwand besteht aus 13cm x 18cm Planfilmkasetten. Hier kann wahlweise Fotopapier, oder besser (!) Röntgenfilm eingelegt werden. Dadurch ergibt sich der Vorteil, auf Reisen nicht mehr nur 1 Bild machen zu können, sondern sage und schreibe 6.

Wahnsinn!!!!

Als ich die ersten fertigen Bilder in den Händen hielt war ich echt von den Socken wie gut selbst kleine Details widergegeben werden. Gut zu sehen ist das auf den letzten beiden Bildern hier rechts neben dem Text. Das Eine zeigt das ganze Bild, das Zweite einen 'eins zu eins' Ausschnitt.

Ich bin Fan.

Nachträglich habe ich noch einen Stativadapter an die Kamera montiert, wie auf den Bildern zu sehen ist. Durch die Verwendung mit Rötgenfilm kommt man auf akzeptable Belichtungszeiten im Minutenbereich. Mit Fotopaier, welches verhältnismäßig unempfindlich ist sind es gleich mal schnell eine halbe Stunde oder mehr.

Hier rechts, das Bild mit dem Fahrrad, ist auf Röntgenfilm entstanden. Sicherlich zeichnet das Material etwas härter als konventionelles Fotopaier, aber es ist dann am Ende eben doch ein 'richtiges' Negativ......

Fazit: Lochkamera Baby!

27.02.2015

Cyanotypie auf Holz

Cyanotypie auf Holz

 

Es ist eine ganze Weile her, dass ich was neues geschrieben habe. Viel ist passiert. Einiges werde ich berichten.

Die letzten zwei Jahre habe ich mich intensiv mit Cyanotypie, oder Blaudruck, auseinandergesetzt und bin inzwischen so weit, dass ich selber Kurse in diesem alten Edeldruckverfahren anbiete und kleine Starter-Kits verkaufe, die alles beinhalten was man für eigene Versuche braucht. Doch dazu später mehr.

Ich habe in den vergangen Tagen meine Experimente mit Holz weiter verfolgt und komme nun zu kontrolliert guten Ergebnissen. Das hat ne Weile gedauert, weil Holz als Oberfläche recht anspruchsvoll ist und es einiger Vorbereitung bedarf um eine Cyanotypie dauerhaft auf mit der Oberfläche zu vermählen. Besonders Bruchstücke von alten Dachstühlen oder Deckenbalken sind hochinteressant weil sie als Objekt schon eine eigene Form mitbringen und von Anfang an mit Ihrem Charakter einen Dialog mit dem Bild eingehen. Ich glaube, von meinem nächsten Ostseebesuch bringe ich mir einen Vorrat Treibholz mit.

Doch wie wird es nun gemacht?

Das Holz sollte an der Oberfläche die es zu gestalten gilt angeschliffen werden. Eine gewisse Ebenheit ist für die spätere Schärfe des Bildes wichtig. Doch auch hier gibt es keine Wahrheit sondern nur den persönlichen Geschmack. Um zu verhindern, dass die Lösung beim Beschichten zu tief ins Holz eindringt sollte die Bildseite mit einer 5%igen Gelatinelösung vorgeleimt werden. Wenn alles getrocknet ist kann man die Chemikalien auftragen und nach einer weiteren Trocknung belichten. Mit dem 'Gesicht' nach unten wird das Holz für 10min in kaltes (!) Wasser gelegt um zu entwickeln. Danach kann man mit klaren Wasser nachspülen. Fertig! Zu guter letzt am Tag danach mit einem Hartöl die Oberflächen versiegeln und einen Ehrenplatz in der Wohung suchen. Einfach toll!

15.07.2012

chemisch betrachtet

chemisch betrachtet

 

In der letzten Zeit gab es einige Dunkelkammerkurse in meinem Labor. Ich habe mit den Teilnehmern am Beispiel der Photogramme die Grundlagen der Dunkelkammerpraxis geübt. 

Ich hatte neues Papier und wollte dieses gleich mal mit der neuen Chemie von Kollege Kai ausprobieren. Ein Set Lith-Chemie und eine Packung Kupfertoner.

Beides zusammen ergibt eine recht interessante Variante der altbekannten Photogramme.

19.11.2011

Volle Deckung!

Volle Deckung!

Zur Zeit unterstütze ich die leipziger Feuerwerker von 'Fire and Magic' mit meinen Bildern. Zu Sylvester startet wieder ihr großer Verkauf. Eins kann ich sagen: die Raketen sind WOOOOOAAAAAAAHHHHH!!!!!!

Wenn jemand überhaupt mit dem Gedanken spielt, Geld für sowas auszugeben, dann kauft euren Kram dort. Ungelogen... ich war total paralysiert! Nicht zu fassen.....

07.09.2011

Citytunnel reloaded

Citytunnel reloaded

 

Kaum zu glauben, aber Leipzig hatte die ganze Zeit schon einen Citytunnel. Und zwar seit 1913. Zumindest wurden in dem Jahr die Bauarbeiten begonnen. Ein 600m langes Teilstück führt vom Vorfeld des Hauptbahnhofes bis unter den Augustusplatz. Dann kam der Erste Weltkrieg und seit dem diente der Tunnel als Schutzraum, und so weit mir das berichtet wurde nach dem Krieg sogar als Kinosaal.


Michl erzählte mir diese Geschichte vor zwei Tagen und ich war sofort begeistert. Nach kurzer Literturrecherche von Michl war klar wo sich der Tunneleingang befinden musste. Nur ob er noch zugänglich ist, dass wussten wir nicht. Wir trafen uns in der Dämmerung, verkleideten uns als Bahnarbeiter in leuchtend orangenen Arbeitsanzügen und stiegen erhobenen Hauptes über die Gleise, hin zum Tunneleingang. Ich möchte jedem davon abraten selbstständig auf die Suche zu gehen: es ist gefährlich! Michl kannte sich mit der Streckenführung des Hauptbahnhofes aus und somit konnten wir sicher bis zum Einstieg gelangen. 

Dieser war eine 150m lange Rampe nach unten. Brombeerbüsche, 20 Jahre alt, versperrten uns den Weg wie einst dem Prinzen aus dem bekannten Märchen. Die Reisenden hatten hier wohl im Laufe der Zeit etliche Nahrungsmittelreste aus dem Fenster geworfen und so fand sich zwischen den Dornenbüschen auch ein Nussbaum, mehrere Kirsch- und Pflaumenbäume sowie ein Weinstock, der stattliche Trauben trug. Zuckersüss.

Am Tunneleingang kam die Entschädigung für den bis jetzt anstrengendsten Zugang den ich erlebt habe: Ein Lichtschalter! Meine Petromax konnte also im Rucksack bleiben. Seltsam.... plötzlich erstreckt sich dieser dunkle Schlund vor mir. Punktuell erhellt von grellen gelben Natriumdampflampen. So, als könnte jeden Moment ein Zug kommen. Nur, dass hier noch nie einer kam, seit nun fast 100 Jahren.


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