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29.08.2011

in der Messerschleiferei

In der Messerschleiferei

Ich war vor zwei Wochen wieder bei Freunden im Harz zu Gast. Wir unternahmen einen Ausflug in die höheren Lagen, wollten Erbsensuppe essen und das Rote Höhenvieh beim Grasen beobachten. Beim Schlendern durch Fichtenwälder sah ich an einem alten Strommast einen Zettel hängen. Auf den ersten Blick sah er aus wie ein Aufruf zur Suche eines entlaufenen Haustiers. Näher herangetreten sah ich schnell, dass hier jemand seine Dienste anbot. Es handelte sich um eine Werbung der Familie Rüdiger aus Rübeland. Herr Rüdiger betreibt im Nebengewerbe eine kleine private Messerwerkstatt. Für mich war dies ein Glückstreffer, konnte ich doch sonst nur beim jährlichen Urlaub in Südtirol mein geliebtes Opinel in liebende Hände zur Pflege geben. Doch hier bot sich eine passende Gelegenheit. Voller Spannung auf eine vielleicht schöne Werkstatt und ein nettes Gespräch kippten wir unsere weiteren Wandervorhaben und statteten der Familie Rüdiger einen Besuch ab.

Am 'Oberen Hahnenkopf' angekommen begrüßte uns Frau Rüdiger in ihrem Garten und führte uns zu ihrem Mann. Dieser zeigte uns bereitwillig seine hinter einem Vorhang verborgene Werkstatt. Messer sind seine Leidenschaft und seit früher Jugend schleift, sägt und feilt Herr Rüdiger an seinen Lieblingen. Messer jeder Art und Größe. Er pflegt aber nicht nur, er entwirft und baut. Sollte jemand ein Messer wünschen, welches in Qualität und Güte allen Ansprüchen genügt und ein Leben lang hält, der muss sich auf den Weg machen zu Herrn Rüdiger und seiner Messerwerkstatt hinter dem Vorhang. Sehr sympathisch.


Was die intensive Bearbeitung der Bilder betrifft, so kann ich mir vorstellen dies in einem halben Jahr zu bereuen, aber zur Zeit finde ich sie sehr spannend. Analog wär trotzdem schöner.....

26.08.2011

Kalenderprojekt

Kalenderprojekt

 

In der letzten Zeit bin ich in diversen sozialen Einrichtungen zu Gast, in denen Jugendliche mit dem zweiten Anlauf auf einen Ausbildungsplatz vorbereitet werden. Die 'Maßnahmen' sind in der Regel vom Arbeitsamt angesetzt, aber es gibt auch Teilnehmer welche ihre Arbeitsstunden als Jugendstrafe ableisten müssen. Die Bilder die es hier zu sehen gibt sind Teil eines noch nicht veröffentlichten Kalenders, welcher ein Bewusstsein für die Arbeit dieser Einrichtungen schaffen soll und für das Schicksal der Jugendlichen sensibilisieren möchte. Hinter jedem Gesicht steckt eine mehr oder weniger belastete Geschichte. 

Jede Einrichtung ist auf die praktische Vorbereitung der Jugendlichen in bestimmten Berufsfeldern spezialisiert. Manche eher im handwerklichen- andere im administrativen Bereich. In der Regel gibt es vor Ort Fachwerkstätten wie zum Beispiel Metall-, Holz- oder Textilwerkstätten, in denen geschraubt, gesägt und genäht wird.

Ich hatte nicht viel Zeit um mich mit den einzelnen Jugendlichen besser vertraut zu machen. Uns war in der Regel ca. eine halbe bis eine ganze Stunde Zeit eingeräumt um uns kennenzulernen. Hier Schutzmauern einzureissen war kaum möglich. Und doch zeigt der skeptische Blick der Menschen auf den Bildern ihre eigene Welt mit ihren eigenen Problemen und Sorgen. Letztlich waren die Gespräche geprägt von gegenseitigem Respekt und Neugier. Und was allen gemein war, ist ihre Hoffnung, die sie in diesen Projekten wiedergefunden haben.


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