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16.10.2015

Acryltransfer

Kleb' mir eine....


Bei meinen Recherchen zu diversen historischen fotografischen Techniken stieß ich auf Varianten von Methoden zum Bildtransfer. Ziel ist es in jedem Fall, ein Bild von einem Trägermaterial auf einen Anderen zu übertragen. Eine relativ bekannte Variante ist zum Beispiel das gute alte Bügelbild.

Hier möchte ich kurz ein Ergebnis eines der letzten Versuche zeigen welches mich überzeugte, an dem Thema drannzubleiben und etwas tiefer zu wühlen: der Acryltransfer.

Ausgangsmaterial ist ein spiegelverkehrter Laserausdruck eines Bildes und ein Stück Holz. In diesem Fall entschied ich mich für einen Schwarz-weiß-ausdruck weil der Toner eines Laserdruckers angeblich relativ UV-stabil sein soll und somit eine lange Lebensdauer verspricht.

Das Holz auf welches der Druck übertragen werden soll wird mit Acrylgel eingestrichen, ähnlich wie beim Arbeiten mit Holzleim. Anschließend wird der Ausdruck mit der Bildseite in die noch feuchte Acrylschicht gelegt und leicht angerieben. Nachdem das ganze über Nacht getrocknet ist, sind Bild und Holz scheinbar untrennbar verheiratet. Mit Wasser kann man nun das Papier behutsam und langsam vom Holz herunterwaschen. Erstaunlicherweise verbleibt dabei der Toner des Laserdrucks in der inzwischen wasserunlöslichen Acrylschicht.

Ein gutes Holz, mit Rissen und Astlöchern sorgt hier im allgemeinen für ganz wundervolle Effekte.


Tataaa !!!!!!

Die Szene entstand am Ostseestrand in der Nähe von Kühlungsborn. Nur ohne Sonnenuntergang. den macht hier das Holz.
15.10.2015

Lochkamera zweipunktnull

Hier ein Bild aus dem Lochkameramodel "Kaffeedose mit Klebeband"
Die fertige Kamera. Buchensperrholz, 2k-Epoxydharz. Innen geschwärzt.
Dies ist die Verriegelung der Planfilmkasette. Durch die Rändelschrauben und den breiten Steg wird die Kasette in die Filzfalz (Eh! lustiges Wort) gepresst und schließt lichtdicht ab.
Größer gings nicht. Das Loch. das kleinste und zeitgleich wichtigste Bauteil
Eines der ersten Bilder der neuen Kamera: 13x18, Röntgenfilm. Direktkopie.
Hier ein Bild als Beispiel für die Abbildungsleistung: Fotopapier, 13 x 18, der zentrale Bereich ist im nächsten Bild 1:1 dargestellt.
1:1-Ansicht des zentralen Bildbereichs des vorherigen Bildes. Erstaunlich!

Lochkamera zweipunktnull

 

Das Thema liegt nun schon so lange auf meinem Kopfschreibtisch herum und immer schiebe ich es vor mir her, nun wird es höchste Zeit:


Seit ich Analog-Workshops für Kinder und Jugendliche anbiete steht das Thema Lochkamera immer wieder auf dem Tagesplan. Da in so einem Kurs gleich mal 10 Kameras an einem Stück gebaut werden ensteht gleichzeitig eine äußerst spannende Bandbreite an Qualitäten in Sachen Abbildungsleistung. Hier rechts das Bild ist ein schönes Beispiel dafür, daß schlechte Abbildungsqualität noch lange nicht gleichbedeutend mit einem schlechten Bild ist. Toll, wie der Entwickler Wolken zaubert.....

Obwohl alle Kameras grundsätzlich den gleichen Aufbau haben sind die Bilder die entstehen sehr unterschiedlich. Hier und da staunt man, wie gut doch so eine einfache Konstruktion funktioniert. Taucht man etwas tiefer in die Theorie der Lochkamera ein stößt man schnell auf die entscheidenden Stellschrauben um das Maximum an Leistung aus einer Kiste mit Loch, mehr ist eine Lochkamera ja nicht, herauszuholen.

Wie sich zeigt ist die Qualität des Lochs von zentraler Bedeutung, gefolgt vom Verhältnis von Bildformat zu Kameradimensionen, wobei sich alle genannten Faktoren gegenseitig bedingen. Praktischerweise findet man hierfür Formeln zur Berechnung der optimalen Verhältnisse. Als Konsequenz habe ich mir für Geld ein Loch bei gekauft. Die Größe war frei wählbar und somit passend zur Konstruktion.

Das Ergebnis ist eine Lochkamera aus Buchen-Sperrholz. Die Rückwand besteht aus 13cm x 18cm Planfilmkasetten. Hier kann wahlweise Fotopapier, oder besser (!) Röntgenfilm eingelegt werden. Dadurch ergibt sich der Vorteil, auf Reisen nicht mehr nur 1 Bild machen zu können, sondern sage und schreibe 6.

Wahnsinn!!!!

Als ich die ersten fertigen Bilder in den Händen hielt war ich echt von den Socken wie gut selbst kleine Details widergegeben werden. Gut zu sehen ist das auf den letzten beiden Bildern hier rechts neben dem Text. Das Eine zeigt das ganze Bild, das Zweite einen 'eins zu eins' Ausschnitt.

Ich bin Fan.

Nachträglich habe ich noch einen Stativadapter an die Kamera montiert, wie auf den Bildern zu sehen ist. Durch die Verwendung mit Rötgenfilm kommt man auf akzeptable Belichtungszeiten im Minutenbereich. Mit Fotopaier, welches verhältnismäßig unempfindlich ist sind es gleich mal schnell eine halbe Stunde oder mehr.

Hier rechts, das Bild mit dem Fahrrad, ist auf Röntgenfilm entstanden. Sicherlich zeichnet das Material etwas härter als konventionelles Fotopaier, aber es ist dann am Ende eben doch ein 'richtiges' Negativ......

Fazit: Lochkamera Baby!


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